Ein MANV ist ein Massenanfall von Verletzten – es gibt mehr Betroffene, als die vorhandenen Kräfte sofort versorgen können. Der Rettungsdienst wechselt dann von der Einzelversorgung in einen strukturierten Ausnahmemodus: Sichtung (Triage), eine eigene Führungsstruktur und ein Behandlungsplatz sollen den größtmöglichen Nutzen für möglichst viele erreichen.
Kurz gefasst
- MANV: mehr Verletzte als Kräfte – Ausnahmezustand für den Rettungsdienst
- Sichtung (Triage): Einteilung nach Behandlungsdringlichkeit
- Führung: Leitender Notarzt (LNA) und Organisatorischer Leiter (OrgL)
- Behandlungsplatz: geordnete Versorgung und Transportsteuerung
- Ersthelfer: 112, Überblick geben, Anweisungen folgen
Was einen MANV ausmacht
Im Alltag kümmert sich ein Rettungsteam um einen Patienten. Bei einem MANV stehen den Kräften plötzlich viele Verletzte gegenüber. Weil nicht alle gleichzeitig versorgt werden können, ändert sich die Logik: Nicht mehr „alles für den Einzelnen", sondern das Beste für die Gesamtheit.
Sichtung (Triage)
Zuerst werden alle Betroffenen gesichtet: In kurzer Zeit teilt man sie nach Behandlungsdringlichkeit in Kategorien ein (z. B. akut lebensbedrohlich, schwer, leicht verletzt). So kommen die knappen Ressourcen zuerst dorthin, wo sie am meisten bewirken. Die Sichtung wird bei Bedarf wiederholt, da sich Zustände ändern.
Führung und Behandlungsplatz
Bei einem MANV übernehmen speziell ausgebildete Kräfte die Einsatzleitung: der Leitende Notarzt (LNA) für die medizinische, der Organisatorische Leiter (OrgL) für die logistische Seite. Verletzte werden an einem Behandlungsplatz gesammelt, versorgt und der Transport in geeignete Kliniken gesteuert, damit einzelne Krankenhäuser nicht überlastet werden.
Was Ersthelfer tun können
Als Laie am Ort eines größeren Unglücks: Notruf 112 mit klarer Lagemeldung (Was, wo, wie viele Betroffene), Eigenschutz beachten, Überblick verschaffen und lebensrettende Sofortmaßnahmen leisten, wo möglich. Sobald der Rettungsdienst da ist: Anweisungen folgen, ansprechbare Leichtverletzte betreuen und den Kräften nicht im Weg stehen.
Häufige Fragen
Was bedeutet MANV?
Massenanfall von Verletzten: eine Lage, in der es mehr Betroffene gibt, als die vorhandenen Kräfte sofort versorgen können. Der Rettungsdienst arbeitet dann in einem strukturierten Ausnahmemodus.
Was ist die Sichtung (Triage)?
Die schnelle Einteilung aller Betroffenen nach Behandlungsdringlichkeit, damit die knappen Ressourcen zuerst dorthin gelangen, wo sie am meisten bewirken. Sie wird bei Bedarf wiederholt.
Wer leitet einen MANV-Einsatz?
Der Leitende Notarzt (LNA) für die medizinische und der Organisatorische Leiter (OrgL) für die logistische Seite, unterstützt durch weitere Führungskräfte.
Was können Ersthelfer bei einem MANV tun?
Notruf 112 mit klarer Lagemeldung, auf Eigenschutz achten, Überblick verschaffen, lebensrettende Sofortmaßnahmen leisten und nach Eintreffen des Rettungsdienstes dessen Anweisungen folgen.
Offizielle Quellen: Rettungsdienstgesetze der Länder · DIN 13050 (Begriffe im Rettungswesen) · Konzepte der Länder zu Sichtung und MANV. Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung; verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Leitlinien.

