Die 112 führt zur Leitstelle – vielerorts einer Integrierten Leitstelle für Rettungsdienst und Feuerwehr. Dort werden Notrufe strukturiert abgefragt, die passenden Einsatzmittel disponiert und Anrufende bis zum Eintreffen angeleitet – bis hin zur Telefonreanimation. Maßstab ist die gesetzliche Hilfsfrist.

Kurz gefasst

  • 112 erreicht die (oft integrierte) Leitstelle – EU-weit einheitlich
  • Strukturierte Notrufabfrage statt starrem „5-W-Schema"
  • Disposition: RTW, NEF/Notarzt, ggf. weitere Kräfte
  • Hilfsfrist: Zielzeit bis zum Eintreffen (Landesrecht)
  • Telefonreanimation: Leitstelle leitet Wiederbelebung an

Wer abnimmt

Hinter der 112 sitzen speziell ausgebildete Disponentinnen und Disponenten. In vielen Regionen ist es eine Integrierte Leitstelle (ILS), die Rettungsdienst und Feuerwehr gemeinsam steuert. Die 112 ist europaweit einheitlich und kostenlos.

Die strukturierte Abfrage

Statt Anrufende „ausreden" zu lassen, führt die Leitstelle durch eine strukturierte Notrufabfrage: Wo ist der Einsatzort? Was ist passiert? Wie viele Betroffene? Welche Beschwerden? Diese Fragen dienen dazu, die richtigen Einsatzmittel zu alarmieren – das Auflegen sollte man der Leitstelle überlassen.

Disposition der Einsatzmittel

Je nach Lage schickt die Leitstelle einen Rettungswagen (RTW), bei lebensbedrohlichen Fällen zusätzlich Notarzt (NEF), bei einfacheren Transporten einen Krankentransportwagen (KTW), dazu ggf. Feuerwehr, First Responder oder Polizei. Grundlage ist die Dringlichkeit, nicht die Reihenfolge des Anrufs.

Hilfsfrist und Telefonreanimation

Wie schnell Hilfe da sein soll, regelt die Hilfsfrist in den Rettungsdienstgesetzen der Länder – eine planerische Zielzeit vom Notrufeingang bis zum Eintreffen. Bis dahin bleibt die Leitstelle oft am Telefon und leitet Maßnahmen an, etwa die Telefonreanimation: Sie gibt den Takt für die Herzdruckmassage vor und rettet so Leben.

Gut zu wissen: Genau hier zahlt sich ein Erste-Hilfe-Kurs aus: Wer die Herzdruckmassage schon einmal geübt hat, folgt den Anweisungen der Leitstelle sicherer – und die entscheidenden ersten Minuten bis zum Rettungsdienst sind überbrückt.

Häufige Fragen

Wen erreicht man unter der 112?

Die Leitstelle des Rettungsdienstes, vielerorts eine Integrierte Leitstelle für Rettungsdienst und Feuerwehr. Die 112 ist europaweit einheitlich und kostenlos.

Warum stellt die Leitstelle so viele Fragen?

Um über eine strukturierte Notrufabfrage die richtigen Einsatzmittel zu alarmieren. Die Fragen verzögern die Hilfe nicht – man sollte das Gespräch nicht vorzeitig beenden.

Was ist die Hilfsfrist?

Eine planerische Zielzeit vom Eingang des Notrufs bis zum Eintreffen des Rettungsmittels. Sie wird in den Rettungsdienstgesetzen der Bundesländer festgelegt.

Was ist eine Telefonreanimation?

Die Leitstelle leitet Anrufende am Telefon zur Herzdruckmassage an und gibt den Takt vor, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken.

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Offizielle Quellen: Rettungsdienstgesetze der Länder · DIN 13050 (Begriffe im Rettungswesen) · Bundesnetzagentur (Notrufnummer 112). Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung; verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Leitlinien.