Gefährliche Stoffe und Gemische werden nach dem weltweiten GHS-System gekennzeichnet, in der EU über die CLP-Verordnung. Kernstück sind neun Gefahrenpiktogramme (rot-weiße Rauten), Signalwörter („Gefahr"/„Achtung"), H-Sätze (Gefahren) und P-Sätze (Schutzmaßnahmen). Details liefert das Sicherheitsdatenblatt.

Kurz gefasst

  • GHS/CLP: weltweit einheitliche Gefahrstoff-Kennzeichnung
  • 9 Piktogramme als rot-weiße Rauten (z. B. Flamme, Totenkopf, Ätzwirkung)
  • Signalwörter: „Gefahr" (stärker) und „Achtung"
  • H-Sätze = Hazard (Gefahr), P-Sätze = Precaution (Schutz)
  • Sicherheitsdatenblatt (SDB) mit allen Details – auch zur Ersten Hilfe

Warum es die Kennzeichnung gibt

Das Global Harmonisierte System (GHS) macht Gefahrensymbole weltweit einheitlich. In der EU setzt die CLP-Verordnung es um. So bedeutet ein Symbol in Deutschland dasselbe wie anderswo – wichtig für Handel, Transport und Sicherheit.

Die neun Piktogramme

Die rot umrandeten Rauten zeigen u. a.: Flamme (entzündbar), Flamme über Kreis (brandfördernd), explodierende Bombe (explosiv), Gasflasche (unter Druck), Ätzwirkung (Haut/Metall), Totenkopf (akut giftig), Ausrufezeichen (Reizung/Vorsicht), Gesundheitsgefahr (Silhouette mit Stern, z. B. krebserzeugend) und Umwelt (Fisch/Baum, gewässergefährdend).

Signalwörter, H- und P-Sätze

Das Signalwort ordnet die Schwere ein: „Gefahr" ist ernster als „Achtung". H-Sätze (Hazard Statements) beschreiben die Gefahr („H314: Verursacht schwere Verätzungen…"), P-Sätze (Precautionary Statements) die Schutz- und Notfallmaßnahmen („P280: Schutzhandschuhe tragen"). So steht die wichtigste Information direkt auf dem Etikett.

Das Sicherheitsdatenblatt

Für gewerblich verwendete Gefahrstoffe gibt es ein Sicherheitsdatenblatt (SDB) mit 16 Abschnitten – darunter Erste-Hilfe-Maßnahmen (Abschnitt 4). Auf dieser Basis erstellt der Betrieb die Betriebsanweisung und unterweist die Beschäftigten. Bei einem Notfall hilft das SDB, richtig zu reagieren (z. B. Augenspülung, Antidot-Hinweise).

Gut zu wissen: Bei einem Chemieunfall hilft die Angabe des Stoffes enorm – Etikett oder Sicherheitsdatenblatt bereithalten und dem Rettungsdienst bzw. dem Giftnotruf mitteilen. Das beschleunigt die richtige Behandlung.

Häufige Fragen

Was bedeuten die roten Rauten auf Chemikalien?

Es sind GHS-Gefahrenpiktogramme nach der CLP-Verordnung. Sie zeigen die Art der Gefahr, etwa entzündbar (Flamme), ätzend (Ätzwirkung) oder giftig (Totenkopf).

Was ist der Unterschied zwischen H- und P-Sätzen?

H-Sätze (Hazard) beschreiben die Gefahr eines Stoffes, P-Sätze (Precaution) die Schutz- und Notfallmaßnahmen. Beide stehen auf dem Etikett.

Was sagt das Signalwort aus?

Es ordnet die Schwere der Gefahr ein: „Gefahr" steht für die ernstere Einstufung, „Achtung" für die weniger schwere.

Wo finde ich Erste-Hilfe-Hinweise zu einem Gefahrstoff?

Im Sicherheitsdatenblatt (SDB), Abschnitt 4 „Erste-Hilfe-Maßnahmen". Es ist auch Grundlage für die betriebliche Betriebsanweisung.

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Offizielle Quellen: CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 · Global Harmonisiertes System (GHS) der Vereinten Nationen · Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) · Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS). Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung; verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Leitlinien.