Bei Arbeiten in der Höhe gilt die Rangfolge der Schutzmaßnahmen: Absturz vermeiden (Geländer), sonst auffangen (Netze), erst zuletzt persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA). Grundlage sind Arbeitsschutzrecht und DGUV-Regeln. Wer PSAgA nutzt, braucht ein Rettungskonzept – wegen der Gefahr des Hängetraumas.

Kurz gefasst

  • Rangfolge: vermeiden (Geländer) → auffangen (Netz) → PSA gegen Absturz
  • Kollektiver Schutz hat Vorrang vor persönlichem
  • PSAgA: Auffanggurt + Verbindungsmittel + geeigneter Anschlagpunkt
  • Rettungskonzept Pflicht – Hängetrauma ist lebensgefährlich
  • Unterweisung & Prüfung der Ausrüstung erforderlich

Die Rangfolge der Maßnahmen (TOP)

Absturzschutz folgt einer klaren Reihenfolge: Zuerst wird der Absturz baulich verhindert – durch Geländer, Umwehrungen, Abdeckungen (kollektiver Schutz). Ist das nicht möglich, kommen Auffangeinrichtungen wie Netze oder Fanggerüste. Erst wenn auch das ausscheidet, wird persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) eingesetzt. Kollektiver Schutz geht also immer vor.

Ab wann gesichert wird

Schon bei geringen Höhen kann Sicherung nötig sein (z. B. an Kanten, über Öffnungen, an Gewässern). Als grobe Orientierung greifen Regelungen ab rund 1 Meter Absturzkante, verbindlich ist aber immer die Gefährdungsbeurteilung für die konkrete Situation.

Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz

Eine PSAgA besteht aus Auffanggurt, Verbindungsmittel mit Falldämpfer und einem geeigneten, tragfähigen Anschlagpunkt. Sie muss passen, geprüft und die Nutzung unterwiesen sein. Falsche Anschlagpunkte oder zu lange Verbindungsmittel machen den Schutz wirkungslos.

Die Gefahr des Hängetraumas

Wer nach einem Sturz bewegungslos im Gurt hängt, ist akut gefährdet: Blut versackt in den Beinen, es droht ein Hängetrauma (orthostatischer Schock) – innerhalb von Minuten. Deshalb ist ein Rettungskonzept Pflicht: Die Person muss schnell gerettet werden. Nach der Rettung nicht flach hinlegen, sondern zunächst mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern und sofort den Rettungsdienst rufen.

Gut zu wissen: Höhenrettung ist kein Improvisationsjob. Wo mit PSAgA gearbeitet wird, müssen Rettungsmittel bereitliegen und Beschäftigte wissen, wie eine hängende Person rasch befreit wird – jede Minute zählt.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge sichert man Arbeiten in der Höhe?

Zuerst den Absturz baulich vermeiden (Geländer, Abdeckungen), dann Auffangeinrichtungen (Netze), erst zuletzt persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz. Kollektiver Schutz hat Vorrang.

Ab welcher Höhe muss gesichert werden?

Als grobe Orientierung greifen Regelungen ab rund einem Meter Absturzkante, an besonderen Stellen auch darunter. Maßgeblich ist immer die Gefährdungsbeurteilung.

Was ist ein Hängetrauma?

Ein lebensgefährlicher Zustand, wenn eine Person nach einem Sturz bewegungslos im Auffanggurt hängt. Blut versackt in den Beinen (orthostatischer Schock) – deshalb ist eine schnelle Rettung nötig.

Warum braucht man bei PSAgA ein Rettungskonzept?

Weil eine im Gurt hängende Person binnen Minuten ein Hängetrauma erleiden kann. Es muss vorher feststehen, wie sie schnell gerettet wird.

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Offizielle Quellen: Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) · Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) · DGUV Regeln 112-198/112-199 (PSA gegen Absturz) · Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS). Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung; verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Leitlinien.