Notfälle bei Babys und Kindern lösen besondere Sorge aus – und unterscheiden sich in einigen Punkten von der Ersten Hilfe bei Erwachsenen. Wer die Unterschiede kennt und geübt hat, handelt im Ernstfall ruhiger und sicherer.
Kurz gefasst
- Bei Kindern ist der Sauerstoffmangel die häufigste Ursache – Beatmung spielt eine größere Rolle
- Reanimation beim Kind: zuerst 5 Beatmungen, dann 30:2
- Häufige Notfälle: Verschlucken, Fieberkrampf, Sturz, Vergiftung, allergische Reaktion
- Ruhe bewahren, früh 112 rufen
Was bei Kindern anders ist
Kinder haben einen anderen Sauerstoffbedarf und eine empfindlichere Anatomie. Bei der Wiederbelebung beginnt man deshalb mit fünf initialen Beatmungen und setzt dann die Herzdruckmassage im Verhältnis 30:2 fort – bei Säuglingen mit zwei Fingern, bei Kindern mit einer Hand, angepasst an die Größe.
Häufige Kindernotfälle
- Verschlucken: zum Husten ermutigen; bei drohender Erstickung Rückenschläge und – je nach Alter – Oberbauch- bzw. Brustkompressionen.
- Fieberkrampf: Kind vor Verletzungen schützen, nicht festhalten, Dauer beobachten, 112 rufen.
- Sturz/Kopfverletzung: beobachten, bei Bewusstseinsstörung oder Erbrechen ärztlich abklären.
- Vergiftung: Giftnotruf kontaktieren, Reste/Verpackung sichern, kein Erbrechen erzwingen.
Häufige Fragen
Ab wann sollte ich 112 rufen?
Im Zweifel immer früh. Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampf oder Vergiftung sofort.
Fachliche Grundlage: Kinder-Reanimationsleitlinien (ERC/GRC); Ausbildungsstandards der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe. Stand: 2025. Kein Ersatz für einen Kurs.

