Die Wiederbelebung bei Kindern und Säuglingen folgt denselben Grundsätzen wie bei Erwachsenen, mit wenigen wichtigen Unterschieden. Weil bei Kindern meist Sauerstoffmangel die Ursache ist, beginnt man mit fünf Beatmungen, bevor die Herzdruckmassage startet. Wer unsicher ist, darf auch nach dem Erwachsenenschema vorgehen – Hauptsache, es wird gehandelt.

Kurz gefasst

  • Start: 5 initiale Beatmungen, dann Herzdruckmassage
  • Rhythmus: 30:2 für Laien (15:2 bei geschulten/mehreren Helfern)
  • Drucktiefe: etwa ein Drittel des Brustkorbs
  • Säugling: Druck mit zwei Fingern; Kind: mit einer Hand
  • Im Zweifel wie beim Erwachsenen – nur nicht nichts tun

Warum bei Kindern anders?

Bei Erwachsenen ist meist das Herz die Ursache des Kreislaufstillstands, bei Kindern dagegen häufig ein Sauerstoffmangel (etwa durch Ersticken oder Atemprobleme). Deshalb steht bei Kindern die Beatmung stärker im Vordergrund: Man beginnt mit fünf Beatmungen, bevor man mit der Herzdruckmassage startet.

Ablauf bei Kindern (ab 1 Jahr)

  1. Ansprechbarkeit und Atmung prüfen, um Hilfe rufen, Notruf 112.
  2. Fünf initiale Beatmungen geben (Kopf vorsichtig überstrecken).
  3. Herzdruckmassage: in der Mitte des Brustkorbs, Drucktiefe etwa ein Drittel, mit einer Hand.
  4. Im Wechsel 30 Kompressionen zu 2 Beatmungen (Laien); geschulte Helfer oder zwei Helfer nutzen 15:2.
  5. Weiter bis der Rettungsdienst übernimmt oder das Kind wieder normal atmet.

Ablauf bei Säuglingen (unter 1 Jahr)

Das Vorgehen ist ähnlich, aber angepasst: Die Beatmung erfolgt vorsichtig über Mund und Nase zugleich, der Kopf wird nur leicht in Neutralposition gebracht (nicht überstrecken). Die Herzdruckmassage erfolgt mit zwei Fingern auf der Mitte des Brustkorbs, ebenfalls etwa ein Drittel tief.

AED bei Kindern

Ein AED darf auch bei Kindern eingesetzt werden. Ideal sind Kinderelektroden oder ein Kindermodus; sind diese nicht vorhanden, werden bei Kindern über einem Jahr die normalen Elektroden verwendet. Das Gerät führt per Sprache durch den Ablauf.

Wichtig: Viele Eltern und Betreuende zögern aus Angst. Doch auch eine nicht perfekte Wiederbelebung ist immer besser als keine. Ein Kurs „Erste Hilfe am Kind" gibt genau hier Sicherheit.

Häufige Fragen

Wie beginnt die Wiederbelebung bei Kindern?

Mit fünf initialen Beatmungen, weil bei Kindern meist Sauerstoffmangel die Ursache ist. Danach folgt die Herzdruckmassage. Vorher den Notruf 112 veranlassen.

Welcher Rhythmus gilt bei der Kinder-Reanimation?

Laien verwenden 30 Kompressionen zu 2 Beatmungen. Geschulte Helfer oder zwei Helfer nutzen 15:2. Die Drucktiefe beträgt etwa ein Drittel des Brustkorbs.

Wie reanimiert man einen Säugling?

Mit vorsichtiger Beatmung über Mund und Nase und Herzdruckmassage mit zwei Fingern auf der Brustmitte, etwa ein Drittel tief. Auch hier zuerst fünf Beatmungen.

Darf man einen AED bei Kindern verwenden?

Ja. Ideal sind Kinderelektroden oder ein Kindermodus. Fehlen diese, werden bei Kindern über einem Jahr die normalen Elektroden genutzt.

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Offizielle Quellen: Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) und des Deutschen Rats für Wiederbelebung (GRC) zur Wiederbelebung von Kindern (Paediatric Life Support). Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung; im Notfall gilt: Notruf 112.