Bei einer starken Blutung zählt Tempo: direkter, kräftiger Druck auf die Wunde, dann ein Druckverband. Lässt sich eine lebensbedrohliche Blutung an Arm oder Bein so nicht stoppen, ist ein Tourniquet (Abbindegurt) die richtige Wahl. Immer Notruf 112, Eigenschutz (Handschuhe) und Schock beachten.
Kurz gefasst
- Zuerst: direkter, kräftiger Druck auf die Wunde
- Druckverband anlegen (Wundauflage + festes Umwickeln)
- Tourniquet bei lebensbedrohlicher Blutung an Arm/Bein, wenn Druck nicht reicht
- Abbindezeit notieren, Tourniquet nicht wieder lösen
- Immer Notruf 112, Schock beachten (flach, warm, beruhigen)
Schritt 1: Direkter Druck
Der schnellste Weg, eine Blutung zu stoppen, ist direkter Druck: mit einer (idealerweise keimarmen) Auflage fest auf die Wunde drücken und die betroffene Gliedmaße hochhalten. Schon das stillt viele Blutungen. Eigenschutz: möglichst Einmalhandschuhe tragen.
Schritt 2: Druckverband
Hält die Blutung an, legt man einen Druckverband an: eine Wundauflage auf die Wunde, darüber ein Druckpolster (z. B. eine noch verpackte Binde) und beides mit einer Binde fest umwickeln. Blutet es durch, den Verband nicht abnehmen, sondern einen zweiten darüber anlegen.
Schritt 3: Tourniquet bei lebensbedrohlicher Blutung
Bei einer lebensbedrohlichen, spritzenden Blutung an Arm oder Bein, die sich durch Druck/Druckverband nicht stoppen lässt (oder bei einer Amputation), ist ein Tourniquet (Abbindesystem) richtig: oberhalb der Wunde (herznah, nicht über Gelenken) fest anlegen und so lange zuziehen, bis die Blutung steht. Das tut weh – das ist normal und notwendig.
Wichtig beim Tourniquet
- die Uhrzeit des Anlegens notieren (z. B. auf die Haut/den Gurt schreiben),
- das Tourniquet nicht wieder öffnen – das übernimmt der Rettungsdienst,
- die Stelle sichtbar lassen (nicht zudecken),
- improvisiert (Dreiecktuch + Stab) nur, wenn kein echtes Tourniquet da ist – breit, nie dünne Schnüre.
Häufige Fragen
Wie stoppt man eine starke Blutung zuerst?
Mit direktem, kräftigem Druck auf die Wunde (möglichst mit Handschuhen und einer keimarmen Auflage) und Hochhalten der Gliedmaße. Danach ein Druckverband.
Wann setzt man ein Tourniquet ein?
Bei einer lebensbedrohlichen, nicht anders stillbaren Blutung an Arm oder Bein oder bei einer Amputation. Es wird oberhalb der Wunde angelegt und zugezogen, bis die Blutung steht.
Darf man ein Tourniquet wieder lösen?
Nein. Einmal angelegt, bleibt es geschlossen; das Öffnen übernimmt der Rettungsdienst. Die Uhrzeit des Anlegens sollte notiert werden.
Was tun, wenn der Druckverband durchblutet?
Den Verband nicht abnehmen, sondern einen zweiten fest darüber anlegen und weiter Druck ausüben. Immer den Notruf 112 wählen.
Offizielle Quellen: Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) und des Deutschen Rats für Wiederbelebung (GRC) zur Blutstillung · DGUV-Informationen zur betrieblichen Ersten Hilfe. Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung; verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Leitlinien.

