Bisswunden von Tier oder Mensch haben ein hohes Infektionsrisiko, weil Keime tief ins Gewebe gelangen. Erste Hilfe: die Wunde reinigen und keimarm bedecken, Blutung stillen – und immer ärztlich abklären lassen. Zu prüfen sind Tetanus-Schutz und, je nach Tier/Region, das Tollwut-Risiko.

Kurz gefasst

  • Hohes Infektionsrisiko – auch kleine Bisswunden ernst nehmen
  • Reinigen/spülen, Blutung stillen, keimarm bedecken
  • Immer zum Arzt – Wundinfektion, ggf. Antibiotika
  • Tetanus-Schutz prüfen; bei Wildtieren/Ausland an Tollwut denken
  • Katzenbisse sind besonders gefährlich (tiefe Stichwunden)

Warum Bisse gefährlich sind

Im Maul von Tier und Mensch leben zahlreiche Bakterien. Ein Biss drückt sie tief ins Gewebe; die Wunde schließt sich außen oft schnell, sodass die Keime innen eingeschlossen werden. So entstehen leicht Wundinfektionen. Besonders Katzenbisse sind riskant: Ihre spitzen Zähne hinterlassen tiefe, enge Stichkanäle.

Erste Hilfe Schritt für Schritt

Tetanus und Tollwut

Beim Arzt wird der Tetanus-Impfschutz geprüft und ggf. aufgefrischt. Bei Bissen von Wildtieren, unbekannten Tieren oder im Ausland ist an Tollwut zu denken – hier ist rasche ärztliche Einschätzung besonders wichtig. Der Vorfall sollte, wo sinnvoll, dokumentiert werden (Tier, Umstände).

Wann sofort zum Notdienst

Rasch ärztlich handeln bei tiefen, klaffenden oder stark blutenden Wunden, Bissen an Gesicht, Händen oder Gelenken, bei Anzeichen einer Infektion (Rötung, Schwellung, Wärme, Eiter, Fieber) und bei geschwächtem Immunsystem. Bei lebensbedrohlicher Blutung sofort Notruf 112.

Gut zu wissen: Ein Biss ist auch ein rechtliches Thema: Bei Hundebissen sind Halterdaten und der Impfstatus des Tieres relevant. Notiert nach Möglichkeit, welches Tier gebissen hat und wer der Halter ist.

Häufige Fragen

Muss man mit jedem Tierbiss zum Arzt?

Ja, in aller Regel. Bisswunden haben ein hohes Infektionsrisiko, weil Keime tief ins Gewebe gelangen. Auch kleine Bisse sollten ärztlich abgeklärt werden.

Warum sind Katzenbisse besonders gefährlich?

Weil die spitzen Zähne tiefe, enge Stichkanäle hinterlassen, in denen Keime eingeschlossen werden. Katzenbisse infizieren sich besonders häufig.

Soll man eine Bisswunde bluten lassen?

Bei leichter Blutung kann kurzes Bluten helfen, Keime auszuspülen. Danach reinigen, desinfizieren und keimarm bedecken. Starke Blutungen werden gestillt.

Woran denkt man bei Bissen im Ausland?

An Tollwut. Bei Bissen von Wildtieren oder unbekannten Tieren, besonders im Ausland, ist eine rasche ärztliche Einschätzung wichtig; zudem wird der Tetanus-Schutz geprüft.

Wunden & BlutungenZeckenbissInsektenstichNotruf 112

Offizielle Quellen: Robert Koch-Institut (RKI) zu Tollwut und Tetanus · Leitlinien zur Wundversorgung (AWMF). Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung; verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Leitlinien.