Hauterkrankungen gehören zu den häufigsten Berufskrankheiten. Wo Feuchtarbeit, Reinigungs- oder Gefahrstoffe die Haut belasten, muss der Arbeitgeber Schutz organisieren. Kern ist der Hautschutzplan mit drei Bausteinen: Schutz vorher, Reinigung schonend, Pflege danach. Grundlage sind die TRGS 401 und die Gefährdungsbeurteilung.
Kurz gefasst
- Hauterkrankungen sind eine der häufigsten Berufskrankheiten
- Hautschutzplan: Schutz (vorher) – Reinigung (schonend) – Pflege (danach)
- Feuchtarbeit ist ein zentraler Risikofaktor
- Grundlage: TRGS 401, Gefahrstoff-/Arbeitsschutzrecht
- Handschuhe passend auswählen – nicht dauerhaft ohne Pausen
Warum Hautschutz so wichtig ist
Die Haut ist die erste Barriere des Körpers. Ständiger Kontakt mit Wasser, Seifen, Ölen, Desinfektions- oder Gefahrstoffen schädigt sie: Sie wird rissig, entzündet sich, es entsteht ein Handekzem. Betroffen sind u. a. Pflege, Reinigung, Friseurhandwerk, Bau, Metall, Gastronomie.
Der Hautschutzplan
- Hautschutz (vor der Arbeit): geeignetes Hautschutzmittel auftragen, passende Schutzhandschuhe verwenden,
- Hautreinigung (bei Bedarf): so mild wie möglich, keine aggressiven Reiniger, keine Lösemittel auf der Haut,
- Hautpflege (nach der Arbeit): rückfettende Pflege, um die Barriere zu regenerieren.
Der Plan wird arbeitsplatzbezogen erstellt und für alle sichtbar ausgehängt – oft als Piktogramm-Tafel am Waschplatz.
Handschuhe richtig einsetzen
Schutzhandschuhe müssen zum Stoff und zur Tätigkeit passen (Material, Durchbruchzeit). Wichtig: feuchtes Klima im Handschuh belastet die Haut ebenfalls – deshalb Tragezeiten begrenzen, Hände trocken halten und bei längerem Tragen Baumwoll-Unterziehhandschuhe nutzen.
Pflichten und Vorsorge
Grundlage ist die Gefährdungsbeurteilung; die TRGS 401 konkretisiert den Schutz bei Hautgefährdung. Je nach Tätigkeit gehört arbeitsmedizinische Vorsorge dazu. Der Arbeitgeber stellt Schutz- und Pflegemittel bereit und unterweist die Beschäftigten.
Häufige Fragen
Warum sind Hauterkrankungen ein Arbeitsschutzthema?
Weil sie zu den häufigsten Berufskrankheiten zählen. Feuchtarbeit und der Kontakt mit Reinigungs- und Gefahrstoffen schädigen die Haut und können ein Handekzem verursachen.
Was steht in einem Hautschutzplan?
Drei Bausteine: Hautschutz vor der Arbeit (Schutzmittel, Handschuhe), schonende Hautreinigung bei Bedarf und rückfettende Hautpflege nach der Arbeit – arbeitsplatzbezogen ausgehängt.
Sind Handschuhe immer die beste Lösung?
Nicht uneingeschränkt. Sie müssen zum Stoff passen, und das feuchte Klima im Handschuh belastet die Haut. Tragezeiten begrenzen und Hände trocken halten.
Welche Regel gilt für den Hautschutz?
Die TRGS 401 (Gefährdung durch Hautkontakt) auf Basis der Gefahrstoffverordnung und der Gefährdungsbeurteilung.
Offizielle Quellen: Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 401 (Gefährdung durch Hautkontakt) · Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) · DGUV-Informationen zum Hautschutz · ArbMedVV. Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung; verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Leitlinien.

