Stürze von Leitern zählen zu den häufigsten und schwersten Arbeitsunfällen. Sicher wird die Leiter durch: richtige Auswahl und Prüfung, standsicheres Aufstellen (bei Anlegeleitern Anstellwinkel rund 68–75°), Dreipunktkontakt und den Verzicht auf die obersten Sprossen. Für viele Arbeiten sind Podeste oder Gerüste die bessere Wahl. Grundlage: DGUV Information 208-016.

Kurz gefasst

  • Prüfen: nur unbeschädigte, geprüfte Leitern verwenden
  • Standsicher aufstellen, Anlegeleiter im Winkel ~68–75°
  • Dreipunktkontakt halten, mit dem Gesicht zur Leiter
  • Nicht auf die obersten Sprossen, nicht seitlich hinauslehnen
  • Nur kurze Arbeiten; sonst Podest oder Gerüst nutzen

Die richtige Leiter

Leitern und Tritte müssen für die Aufgabe geeignet, unbeschädigt und geprüft sein (regelmäßige Prüfung durch eine befähigte Person). Beschädigte Leitern (verbogene Holme, defekte Spreizsicherung, ausgeschlagene Füße) werden aussortiert. In der Nähe elektrischer Anlagen keine Metallleitern verwenden.

Sicher aufstellen

Die Leiter braucht einen tragfähigen, ebenen Untergrund. Bei der Anlegeleiter ist der richtige Anstellwinkel (etwa 68–75°) entscheidend – zu flach rutscht sie weg, zu steil kippt sie nach hinten. Anlegeleitern über eine bestimmte Höhe hinaus oben sichern oder gegen Wegrutschen fixieren. Stehleitern immer vollständig spreizen und die Spreizsicherung einrasten.

Richtig arbeiten

Wann die Leiter tabu ist

Leitern sind für kurzzeitige Arbeiten geringer Höhe gedacht. Für länger dauernde oder höher gelegene Tätigkeiten – oder wenn kräftig gehebelt/gebohrt wird – sind Podestleitern, Arbeitsbühnen oder Gerüste vorgeschrieben oder zumindest deutlich sicherer. Die Gefährdungsbeurteilung entscheidet über das passende Arbeitsmittel.

Gut zu wissen: Ein Sturz aus scheinbar geringer Höhe reicht für schwere Verletzungen. Deshalb: Leiter nie „schnell mal" ungesichert nutzen, und bei jedem Zweifel das stabilere Arbeitsmittel wählen.

Häufige Fragen

Welcher Anstellwinkel ist bei einer Anlegeleiter richtig?

Etwa 68 bis 75 Grad. Zu flach rutscht die Leiter weg, zu steil kippt sie nach hinten. Eine Faustregel hilft: Ellenbogen an den Holm, Arm waagerecht zur Sprosse.

Was bedeutet Dreipunktkontakt?

Dass man beim Arbeiten auf der Leiter stets drei Kontaktpunkte hält – zum Beispiel zwei Hände und einen Fuß oder zwei Füße und eine Hand. Das gibt sicheren Halt.

Darf man auf die obersten Sprossen steigen?

Nein. Die obersten Sprossen bzw. die Plattform-Grenzen dürfen nicht bestiegen werden, weil dann der sichere Halt fehlt. Lieber eine höhere Leiter oder ein Podest wählen.

Wann sollte man statt einer Leiter ein Gerüst nutzen?

Bei länger dauernden oder höher gelegenen Arbeiten und wenn kräftig gehebelt oder gebohrt wird. Leitern sind nur für kurzzeitige Arbeiten geringer Höhe gedacht.

AbsturzsicherungGefährdungsbeurteilungPrüfung von ArbeitsmittelnKnochenbruch & Verstauchung

Offizielle Quellen: DGUV Information 208-016 (Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten) · Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) · Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS). Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung; verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Leitlinien.