Beim Ertrinken steht – wie immer im oder am Wasser – der Eigenschutz an erster Stelle: niemals die eigene Sicherheit riskieren. Nach der Rettung gilt: Bei fehlender normaler Atmung sofort reanimieren, beim Ertrinken beginnend mit fünf Beatmungen (Sauerstoffmangel steht im Vordergrund). Immer Notruf 112.

Kurz gefasst

  • Eigenschutz: nicht selbst gefährden, Rettungsmittel nutzen
  • Retten aus dem Wasser, möglichst mit Hilfsmittel/vom Ufer
  • Reanimation beim Ertrinken: mit 5 Initialbeatmungen starten
  • Danach 30:2 (Herzdruckmassage und Beatmung)
  • Immer Klinik – auch bei Besserung (sekundäres Ertrinken)

Eigenschutz bei der Wasserrettung

Ertrinkende geraten in Panik und können Helfer mit unter Wasser ziehen. Deshalb: möglichst vom Ufer/Boot aus retten, einen Gegenstand oder Rettungsmittel reichen (Stange, Seil, Auftriebshilfe) und nur als geübte Person ins Wasser gehen. Immer zuerst um Hilfe rufen und den Notruf 112 veranlassen.

Nach der Rettung: Atmung prüfen

An Land wird die Person flach gelagert, Bewusstsein und Atmung werden geprüft. Beim Ertrinken ist der Sauerstoffmangel das führende Problem – deshalb weicht die Wiederbelebung leicht vom Standard ab.

Reanimation beim Ertrinken

Fehlt eine normale Atmung, beginnt man – wenn man in der Beatmung geübt ist – mit fünf anfänglichen Beatmungen und setzt dann die Wiederbelebung im Rhythmus 30 Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen fort. Wer sich Beatmung nicht zutraut, führt zumindest eine durchgehende Herzdruckmassage durch. Einen AED einsetzen, sobald verfügbar (Brustkorb vorher abtrocknen).

Wärme und Klinik

Ertrinkende kühlen schnell aus: nasse Kleidung entfernen, zudecken, vor weiterer Kälte schützen. Jede Person nach einem Ertrinkungsunfall muss ärztlich untersucht werden – auch wenn sie sich erholt hat, da Wasser in der Lunge zu einem verzögerten („sekundären") Ertrinken führen kann.

Gut zu wissen: Kinder ertrinken oft lautlos und in erstaunlich flachem Wasser – schon wenige Zentimeter genügen. Aufsicht am und im Wasser ist die wirksamste Prävention überhaupt.

Häufige Fragen

Wie hilft man einem Ertrinkenden, ohne sich selbst zu gefährden?

Möglichst vom Ufer oder Boot aus retten, ein Rettungsmittel oder einen Gegenstand reichen und nur als geübte Person ins Wasser gehen. Immer zuerst Hilfe rufen und den Notruf 112 veranlassen.

Wie reanimiert man beim Ertrinken?

Bei fehlender normaler Atmung und vorhandener Übung mit fünf anfänglichen Beatmungen beginnen, dann im Rhythmus 30:2 weiter. Wer sich Beatmung nicht zutraut, führt durchgehende Herzdruckmassage durch.

Muss man nach dem Ertrinken auch bei Besserung zum Arzt?

Ja. Jeder Ertrinkungsunfall gehört in ärztliche Untersuchung, da Wasser in der Lunge zu einem verzögerten (sekundären) Ertrinken führen kann.

Warum beginnt man beim Ertrinken mit Beatmungen?

Weil beim Ertrinken der Sauerstoffmangel das führende Problem ist. Fünf anfängliche Beatmungen bringen dem Körper zuerst Sauerstoff.

ReanimationUnterkühlungReanimation Kind & SäuglingNotruf 112

Offizielle Quellen: Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) und des Deutschen Rats für Wiederbelebung (GRC) zur Wiederbelebung unter besonderen Umständen (Ertrinken). Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung; verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Leitlinien.