Verschluckt ein Kind eine Knopfzelle (Lithium-Batterie), ist das ein Notfall: Bleibt sie in der Speiseröhre stecken, verursacht sie durch elektrischen Strom binnen 1–2 Stunden schwere Verätzungen. Sofort in die Kinderklinik / Notruf 112. Kein Erbrechen auslösen, nichts zu essen/trinken – im Zweifel den Giftnotruf anrufen.
Kurz gefasst
- Lebensgefahr: Knopfzelle in der Speiseröhre verätzt in 1–2 Std.
- Sofort in die Kinderklinik / Notruf 112 – keine Zeit verlieren
- Kein Erbrechen auslösen, nichts essen/trinken geben
- Verpackung/Gerät mitnehmen (Batterietyp, z. B. CR2032)
- Vorbeugen: Batteriefächer sichern, Knopfzellen wegschließen
Warum das so gefährlich ist
Eine Knopfzelle erzeugt an feuchtem Gewebe einen elektrischen Strom, der eine Lauge bildet und die Schleimhaut verätzt. Steckt die Batterie in der Speiseröhre, kann das schon nach ein bis zwei Stunden zu schweren, tiefen Schäden führen – teils lebensbedrohlich. Deshalb zählt hier jede Minute.
Was sofort zu tun ist
- Sofort handeln – auch bei Verdacht: direkt in die Kinderklinik oder Notruf 112,
- kein Erbrechen auslösen und nichts zu essen oder trinken geben,
- die Verpackung oder das Gerät mitnehmen, damit Größe/Typ (z. B. CR2032) bekannt sind,
- im Zweifel den Giftnotruf anrufen und dessen Anweisungen folgen.
Hinweis: Für ältere Kinder ab einem gewissen Alter gibt es Empfehlungen, sofort etwas Honig zu geben, um die Verätzung zu verzögern – das sollte aber nur nach ärztlicher Rücksprache und nie bei Verschlucken mit Atemnot oder bei sehr kleinen Kindern erfolgen. Im Zweifel gilt: keine Zeit verlieren, ab in die Klinik.
Warnzeichen
Hinweise können Speicheln, Schluckbeschwerden, Erbrechen, Husten, Brust-/Bauchschmerzen oder Nahrungsverweigerung sein. Aber: Auch ohne Symptome ist bei Verdacht auf eine verschluckte Knopfzelle sofort zu handeln – die Schäden entstehen unbemerkt.
Vorbeugen
Knopfzellen und Geräte mit ihnen kindersicher aufbewahren: Batteriefächer sollten verschraubt sein. Lose Batterien, Fernbedienungen, LED-Kerzen, Waagen und Grußkarten mit Sound außer Reichweite kleiner Kinder halten. Auch starke Magnete sind beim Verschlucken gefährlich.
Häufige Fragen
Warum ist eine verschluckte Knopfzelle so gefährlich?
Weil sie an feuchtem Gewebe elektrischen Strom erzeugt, der die Schleimhaut verätzt. In der Speiseröhre kann das schon nach ein bis zwei Stunden schwere Schäden verursachen.
Was tut man, wenn ein Kind eine Knopfzelle verschluckt hat?
Sofort in die Kinderklinik oder Notruf 112 – auch bei bloßem Verdacht. Kein Erbrechen auslösen, nichts essen oder trinken geben und die Verpackung oder das Gerät mitnehmen.
Muss man handeln, auch wenn das Kind keine Beschwerden hat?
Ja. Die Schäden entstehen unbemerkt. Bei Verdacht auf eine verschluckte Knopfzelle ist immer sofort zu handeln, auch ohne Symptome.
Wie beugt man vor?
Geräte mit Knopfzellen kindersicher aufbewahren, Batteriefächer verschrauben und lose Batterien außer Reichweite halten. Auch starke Magnete sind gefährlich.
Offizielle Quellen: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und Giftinformationszentren zu verschluckten Knopfzellen · Leitlinien pädiatrischer Fachgesellschaften (AWMF). Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung; verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Leitlinien.

