Bei Notfällen in der Schwangerschaft zählen Ruhe, richtige Lagerung und rechtzeitiger Notruf. Eine Besonderheit: Ab der zweiten Schwangerschaftshälfte drückt die Gebärmutter in Rückenlage auf ein großes Blutgefäß – deshalb die Linksseitenlage. Bei starken Blutungen, Bauchschmerzen, Krämpfen oder einsetzender Geburt: sofort Notruf 112.

Kurz gefasst

  • Lagerung: in der 2. Hälfte auf die linke Seite (V.-cava-Syndrom vermeiden)
  • Notruf 112 bei Blutung, starken Schmerzen, Krämpfen, Wehen
  • Ruhe & Betreuung: Schwangere beruhigen, warmhalten
  • Notgeburt: sauberer Platz, Kind warmhalten, nicht an Nabelschnur ziehen
  • Reanimation: wie üblich, dabei den Bauch nach links entlasten

Die richtige Lagerung

Ab etwa der zweiten Schwangerschaftshälfte kann die Gebärmutter in Rückenlage auf die untere Hohlvene drücken und den Blutrückfluss zum Herzen behindern (Vena-cava-Kompressionssyndrom) – mit Schwindel, Blässe, Kreislaufschwäche. Deshalb wird eine Schwangere möglichst auf die linke Seite gelagert oder die rechte Hüfte unterpolstert. Bei Bewusstlosigkeit mit Atmung entsprechend die Linksseitenlage.

Warnzeichen ernst nehmen

Sofort Notruf 112 bei starken vaginalen Blutungen, heftigen Bauch- oder Unterleibsschmerzen, anhaltenden Krämpfen/Krampfanfall, starken Kopfschmerzen mit Sehstörungen (mögliche Präeklampsie), Sturz oder Unfall sowie bei vorzeitigen Wehen. Die Schwangere beruhigen, betreuen und überwachen.

Wenn die Geburt einsetzt

Kündigt sich eine Geburt an, bevor Hilfe da ist: Ruhe bewahren, für einen sauberen, warmen Platz sorgen, den Notruf am Telefon anleiten lassen. Das Neugeborene nach der Geburt abtrocknen und warmhalten (Wärmeverlust!), auf den Bauch der Mutter legen, die Nabelschnur nicht durchtrennen oder daran ziehen. Der Rettungsdienst übernimmt die weitere Versorgung.

Wiederbelebung in der Schwangerschaft

Wird eine hochschwangere Frau bewusstlos und atmet nicht normal, gilt die normale Wiederbelebung (Herzdruckmassage 30:2, AED) – zusätzlich wird der Bauch nach links entlastet (Becken leicht kippen / Uterus nach links verlagern), damit das Herz besser gefüllt wird. Nicht zögern: Was der Mutter hilft, hilft dem Kind.

Gut zu wissen: Die wichtigste Botschaft: Bei Notfällen in der Schwangerschaft hilft man der Mutter genauso wie sonst – mit der einen Ergänzung, sie nach links zu lagern. Alles, was die Mutter stabilisiert, kommt dem Kind zugute.

Häufige Fragen

Warum lagert man Schwangere auf die linke Seite?

Weil die Gebärmutter in Rückenlage ab der zweiten Schwangerschaftshälfte auf die untere Hohlvene drücken und den Kreislauf beeinträchtigen kann. Die Linksseitenlage entlastet das Gefäß.

Wann muss man bei einer Schwangeren den Notruf wählen?

Bei starken Blutungen, heftigen Bauchschmerzen, Krämpfen, starken Kopfschmerzen mit Sehstörungen, nach Sturz oder Unfall sowie bei vorzeitigen Wehen.

Was tun, wenn die Geburt einsetzt und keine Hilfe da ist?

Ruhe bewahren, für einen sauberen, warmen Platz sorgen und sich vom Notruf anleiten lassen. Das Neugeborene warmhalten, nicht an der Nabelschnur ziehen.

Reanimiert man Schwangere anders?

Grundsätzlich wie üblich (30:2, AED). Zusätzlich wird der Bauch nach links entlastet, damit das Herz besser gefüllt wird. Was der Mutter hilft, hilft dem Kind.

Stabile SeitenlageReanimationSchockMutterschutz

Offizielle Quellen: Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) und des Deutschen Rats für Wiederbelebung (GRC) zur Reanimation in der Schwangerschaft · AWMF-Leitlinien der Geburtshilfe. Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung; verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Leitlinien.