Bei Verdacht auf eine Pflanzen- oder Pilzvergiftung gilt: Ruhe bewahren, den Giftnotruf anrufen und dessen Anweisungen folgen. Kein Erbrechen auslösen, keine Milch geben. Reste asservieren (Pflanze, Pilz, Erbrochenes) helfen bei der Bestimmung. Bei Bewusstlosigkeit oder Atemnot sofort Notruf 112.
Kurz gefasst
- Giftnotruf anrufen – die Giftinformationszentrale berät konkret
- Kein Erbrechen auslösen, keine Milch, kein Salzwasser
- Reste aufheben: Pflanze, Pilz, Verpackung, Erbrochenes
- Bei Bewusstlosigkeit/Atemnot: Notruf 112, ggf. Seitenlage/Reanimation
- Kinder sind besonders gefährdet – schnell handeln, nicht abwarten
Erst der Giftnotruf
Die Giftinformationszentren (Giftnotruf) der Bundesländer beraten rund um die Uhr – für Laien und Fachleute. Sie sagen anhand von Substanz, Menge, Zeit und Symptomen, ob und welche Maßnahmen nötig sind. Deshalb: zuerst dort anrufen (die für eure Region zuständige Nummer bereithalten), statt auf eigene Faust zu handeln.
Was man nicht tun darf
Überholte „Hausmittel" schaden mehr, als sie nutzen: kein Erbrechen auslösen (Gefahr, Ätzendes ein zweites Mal durch die Speiseröhre zu ziehen oder zu verschlucken), keine Milch (kann die Aufnahme mancher Gifte beschleunigen), kein Salzwasser. Was man geben darf, sagt der Giftnotruf – meist Wasser oder Tee in kleinen Schlucken, wenn die Person wach ist.
Beweise sichern
Für die Bestimmung des Gifts ist es Gold wert, Reste aufzubewahren: die Pflanze oder den Pilz (auch Putzreste), die Verpackung und ggf. Erbrochenes. Das nimmt man mit zum Arzt oder hält es für den Rettungsdienst bereit.
Wenn es ernst wird
Bei Bewusstseinsstörung, Atemnot, Krampfanfall oder Kreislaufproblemen sofort Notruf 112. Bewusstlose mit normaler Atmung in die stabile Seitenlage, bei fehlender Atmung Wiederbelebung. Besonders bei Pilzvergiftungen können schwere Symptome erst Stunden später auftreten – deshalb Beschwerden nach einer Pilzmahlzeit immer ernst nehmen.
Häufige Fragen
Was tun bei Verdacht auf eine Vergiftung?
Ruhe bewahren und den Giftnotruf anrufen, dann dessen Anweisungen folgen. Reste von Pflanze, Pilz oder Verpackung aufheben. Bei Bewusstlosigkeit oder Atemnot sofort Notruf 112.
Soll man Erbrechen auslösen?
Nein. Erbrechen auszulösen kann mehr schaden als nutzen. Was zu tun ist, entscheidet der Giftnotruf – meist reicht bei wachen Personen Wasser oder Tee in kleinen Schlucken.
Darf man Milch zu trinken geben?
Nein. Milch kann die Aufnahme mancher Gifte sogar beschleunigen. Keine Hausmittel ohne Rücksprache mit dem Giftnotruf.
Warum sind Pilzvergiftungen besonders tückisch?
Weil schwere Symptome oft erst Stunden nach der Mahlzeit auftreten. Beschwerden nach einer Pilzmahlzeit sollte man daher immer ernst nehmen und abklären lassen.
Offizielle Quellen: Giftinformationszentren (GIZ) der Bundesländer · Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · Leitlinien zur Ersten Hilfe (GRC/ERC). Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung; verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Leitlinien.

