Bei einem epileptischen Anfall verkrampft und zuckt der Körper, die Person ist nicht ansprechbar. Der Anfall dauert meist nur wenige Minuten und hört von selbst auf. Erste Hilfe heißt hier vor allem: Verletzungen verhindern, nicht festhalten, nichts in den Mund geben und nach dem Anfall betreuen. Bei bestimmten Warnzeichen ist der Notruf 112 nötig.

Kurz gefasst

  • Nicht festhalten und die Bewegungen nicht gewaltsam stoppen
  • Nichts in den Mund stecken (Verletzungsgefahr)
  • Umgebung sichern: Gefahrenquellen weg, Kopf polstern
  • Anfall beobachten und die Dauer merken
  • Notruf 112 bei erstem Anfall, Dauer über 5 Minuten oder Serie

Was tun während des Anfalls?

Nach dem Anfall

Nach dem Anfall sind Betroffene oft verwirrt, müde oder benommen. Bringen Sie die Person – wenn sie bewusstlos ist, aber normal atmet – in die stabile Seitenlage, beruhigen Sie sie und bleiben Sie dabei, bis sie wieder ganz da ist. Für Betroffene ist ein ruhiges, verständnisvolles Umfeld jetzt das Wichtigste.

Wann den Notruf 112 wählen?

Gut zu wissen: Menschen mit bekannter Epilepsie brauchen nicht bei jedem Anfall den Rettungsdienst. Im Zweifel – und bei den genannten Warnzeichen – aber immer 112 wählen.

Häufige Fragen

Soll man bei einem Krampfanfall etwas in den Mund geben?

Nein. Nichts in den Mund stecken – die Angst vor dem Verschlucken der Zunge ist unbegründet und das Vorgehen führt zu Verletzungen.

Darf man die Person bei einem Anfall festhalten?

Nein. Die Zuckungen nicht gewaltsam stoppen. Stattdessen die Umgebung sichern und den Kopf polstern, um Verletzungen zu vermeiden.

Wann muss man bei einem Krampfanfall den Notruf wählen?

Bei einem ersten Anfall, wenn er länger als etwa 5 Minuten dauert, bei mehreren Anfällen hintereinander, bei Atemstillstand oder schwerer Verletzung.

Was tun nach dem Anfall?

Die Person beruhigen, bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung in die stabile Seitenlage bringen und dabeibleiben, bis sie wieder ganz da ist.

Stabile SeitenlageNotruf 112Erste-Hilfe-KursErste Hilfe am Kind

Offizielle Quellen: Empfehlungen medizinischer Fachgesellschaften (z. B. Deutsche Gesellschaft für Epileptologie) und der DGUV zur Ersten Hilfe bei Anfällen. Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung; im Notfall gilt: Notruf 112.