Bei Bränden sterben die meisten Menschen nicht an Verbrennungen, sondern an einer Rauchgasvergiftung. Brandrauch enthält Kohlenmonoxid (CO), weitere giftige und reizende Gase sowie heiße Rußpartikel. Schon wenige Atemzüge können zu Bewusstlosigkeit führen. Für die Erste Hilfe stehen Eigenschutz und der schnelle Notruf an erster Stelle.
Kurz gefasst
- Gefahr: Brandrauch enthält Kohlenmonoxid, Reizgase und Rußpartikel
- Zuerst: Eigenschutz – nicht selbst in verrauchte Räume gehen
- Zeichen: Husten, Atemnot, Kopfschmerz, Schwindel, Bewusstseinstrübung
- Immer: Notruf 112, Person an die frische Luft (nur wenn gefahrlos)
- Bei Atemstillstand: sofort Wiederbelebung
Eigenschutz zuerst
Verrauchte Räume sind lebensgefährlich – auch für Helfende. Betretet keine verrauchten Räume, wenn ihr nicht ausgebildet und ausgerüstet seid. Rettung aus dem Gefahrenbereich ist Aufgabe der Feuerwehr. Bringt euch selbst in Sicherheit, alarmiert über 112 und beschreibt, dass Personen im Rauch sind.
Anzeichen einer Rauchgasvergiftung
Betroffene zeigen oft Husten, Heiserkeit, Atemnot, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Verwirrtheit bis hin zu Bewusstlosigkeit. Ruß um Mund und Nase, angesengte Nasenhaare oder eine raue Stimme deuten auf eine Beteiligung der Atemwege hin. Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung ist tückisch, weil CO farb- und geruchlos ist und die Haut trotz Sauerstoffmangel lange rosig erscheinen kann.
Erste-Hilfe-Maßnahmen
Sobald die Person gefahrlos erreichbar ist (im Freien, durch die Feuerwehr gebracht):
- Notruf 112 – immer, auch bei scheinbar leichten Beschwerden,
- an die frische Luft bringen und beengende Kleidung öffnen,
- beruhigen, zu ruhigem Atmen anhalten, körperliche Anstrengung vermeiden,
- bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung: stabile Seitenlage und Atmung überwachen,
- bei fehlender normaler Atmung: sofort Herz-Lungen-Wiederbelebung.
Verbrennungen und Rauchgas zusammen
Bei Brandverletzten kommen oft Verbrennungen und Rauchgasvergiftung zusammen. Kühlt kleinflächige Verbrennungen kurz mit handwarmem Wasser, deckt Wunden locker und keimarm ab, und haltet die Person warm. Die Atmung hat immer Vorrang: Bei Atemproblemen zählt der schnelle Rettungsdienst mehr als die Wundversorgung.
Häufige Fragen
Warum ist Brandrauch so gefährlich?
Er enthält Kohlenmonoxid und Reizgase, die den Sauerstofftransport blockieren und die Atemwege schädigen. Wenige Atemzüge können bewusstlos machen – Brandrauch ist die häufigste Todesursache bei Bränden.
Darf ich in einen verrauchten Raum, um jemanden zu retten?
Nein, nicht ohne Ausbildung und Atemschutz. Eigenschutz geht vor – die Rettung aus dem Rauch ist Aufgabe der Feuerwehr. Alarmiert 112 und meldet, dass Personen im Rauch sind.
Muss ich den Notruf rufen, wenn es der Person wieder besser geht?
Ja, immer. Reizgase können Stunden später ein lebensbedrohliches Lungenödem auslösen. Jeder Verdacht auf Rauchgasvergiftung gehört ärztlich abgeklärt.
Woran erkenne ich eine Kohlenmonoxid-Vergiftung?
An Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit und Bewusstseinstrübung. CO ist farb- und geruchlos; die Haut kann trotz Sauerstoffmangels lange rosig wirken – das macht CO besonders tückisch.
Offizielle Quellen: Reanimations- und Erste-Hilfe-Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) · gemeinsame Empfehlungen zur Ersten Hilfe (BAGEH/DGUV) · Informationen des BBK zum Verhalten bei Bränden. Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung; verbindlich ist die jeweils geltende Vorschrift.

