Die Kontrolle der Vitalzeichen ist der Einstieg in jede Erste Hilfe: Bewusstsein prüfen (ansprechen, anfassen) und Atmung prüfen (sehen–hören–fühlen, höchstens 10 Sekunden). Daraus ergibt sich die Handlung: ansprechbar → betreuen; bewusstlos mit Atmung → stabile Seitenlage + Notruf; keine normale Atmung → Notruf + Wiederbelebung.

Kurz gefasst

  • Bewusstsein: laut ansprechen und an den Schultern rütteln
  • Atmung: Kopf überstrecken, sehen–hören–fühlen (max. 10 Sek.)
  • Ansprechbar → betreuen, Beschwerden erfragen
  • Bewusstlos + Atmung → stabile Seitenlage + Notruf 112
  • Keine normale Atmung → Notruf 112 + sofort Wiederbelebung

Schritt 1: Bewusstsein prüfen

Zuerst den Eigenschutz beachten, dann die Person laut ansprechen („Hallo, können Sie mich hören?") und vorsichtig an den Schultern rütteln. Reagiert sie (Antwort, Bewegung, Augen öffnen), ist sie bei Bewusstsein: Man betreut sie, erfragt Beschwerden und leistet gezielte Hilfe. Reagiert sie nicht, gilt sie als bewusstlos – jetzt sofort um Hilfe rufen und weiter prüfen.

Schritt 2: Atmung prüfen

Bei einer bewusstlosen Person die Atemwege freimachen: Kopf vorsichtig überstrecken und Kinn anheben. Dann maximal 10 Sekunden die Atmung kontrollieren nach dem Prinzip sehen–hören–fühlen: sehen, ob sich der Brustkorb hebt, hören auf Atemgeräusche, fühlen des Luftstroms an der eigenen Wange. Einzelne Schnappatmung ist keine normale Atmung.

Schritt 3: Handeln nach dem Ergebnis

Warum die einfache Prüfung reicht

Laien müssen keinen Puls tasten – das ist fehleranfällig und kostet Zeit. Die entscheidende Frage ist: reagiert die Person, und atmet sie normal? Wer diese beiden Dinge sicher prüft, trifft im Notfall die richtige Entscheidung. Merkhilfen wie AVPU (wach – reagiert auf Ansprache – auf Schmerz – keine Reaktion) helfen, den Bewusstseinszustand zu beschreiben.

Gut zu wissen: Diese kurze Prüfung ist das Fundament jedes Erste-Hilfe-Kurses. Wer sie einmal praktisch geübt hat, verliert im Ernstfall keine Zeit mit Unsicherheit – und genau diese Sekunden zählen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

Häufige Fragen

Wie prüft man das Bewusstsein?

Die Person laut ansprechen und vorsichtig an den Schultern rütteln. Reagiert sie nicht, gilt sie als bewusstlos, und man ruft um Hilfe und prüft die Atmung.

Wie kontrolliert man die Atmung?

Die Atemwege durch Überstrecken des Kopfes freimachen und dann höchstens 10 Sekunden nach dem Prinzip sehen–hören–fühlen prüfen, ob normale Atmung vorhanden ist.

Muss man als Laie den Puls tasten?

Nein. Das Pulstasten ist fehleranfällig und kostet Zeit. Entscheidend ist, ob die Person reagiert und normal atmet.

Was ist Schnappatmung?

Eine unregelmäßige, ringende Atmung, die bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand auftreten kann. Sie ist keine normale Atmung – hier sofort mit der Wiederbelebung beginnen.

ReanimationStabile SeitenlageNotruf 112Die Rettungskette

Offizielle Quellen: Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) und des Deutschen Rats für Wiederbelebung (GRC). Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung; verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Leitlinien.