Bei einem Kreislaufstillstand zählt jede Minute. Der AED ist dafür gebaut, von Laien bedient zu werden: Er analysiert den Herzrhythmus selbst und schlägt nur dann einen Schock vor, wenn er sinnvoll ist. Trotzdem hilft es, den Ablauf vorher einmal durchgegangen zu sein. Die folgenden Schritte richten sich nach den Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC), die der Deutsche Rat für Wiederbelebung (GRC) in der deutschen Kurzfassung „Reanimation 2021 – Leitlinien kompakt“ veröffentlicht hat.
Kurz gefasst
- Erkennen: keine Reaktion und keine normale Atmung, dann Notruf 112 und sofort mit Herzdruckmassage beginnen
- Drücken: Mitte der Brust, mindestens 5 cm, aber nicht mehr als 6 cm tief, 100 bis 120 pro Minute
- AED: holen lassen, sobald verfügbar einschalten und den Sprachanweisungen folgen
- Elektroden: auf die nackte Brust kleben, wie es auf dem AED oder den Elektroden abgebildet ist
- Schock: niemand berührt die Person; danach sofort weiter mit 30 Kompressionen
Was passiert vor dem AED?
Ein AED ersetzt nicht die Herzdruckmassage, er ergänzt sie. Die Kette beginnt immer gleich:
- Ansprechen und Atmung prüfen. Reagiert die Person nicht und atmet nicht oder nicht normal, liegt ein Kreislaufstillstand nahe.
- Notruf 112 wählen. Die Leitlinien empfehlen, das Mobiltelefon auf Lautsprecher zu stellen, sofort mit der Wiederbelebung zu starten und sich von der Leitstelle unterstützen zu lassen.
- Sofort drücken. Beginnt so früh wie möglich mit den Thoraxkompressionen.
- AED holen lassen. Schickt jemanden los. Wenn ihr allein seid, bleibt bei der Person und beginnt mit der Wiederbelebung.
So drückt ihr richtig
Kniet euch neben die Person. Legt den Ballen einer Hand auf die Mitte der Brust, also auf die untere Hälfte des Brustbeins, und die andere Hand darauf. Haltet die Arme gerade und bringt die Schultern senkrecht über den Brustkorb. Die Leitlinien nennen als Werte:
- Tiefe: mindestens 5 cm, jedoch nicht mehr als 6 cm,
- Frequenz: 100 bis 120 pro Minute, möglichst wenig unterbrechen,
- den Brustkorb nach jeder Kompression vollständig entlasten, ohne den Kontakt der Hände zu verlieren,
- wenn möglich auf hartem Untergrund.
Wer geübt ist und beatmen kann, wechselt zwischen 30 Kompressionen und 2 Atemspenden. Wer nicht trainiert oder nicht in der Lage ist zu beatmen, führt die Thoraxkompressionen kontinuierlich durch.
Der AED im Einsatz: die Schritte
- Einschalten. Sobald der AED da ist, schaltet ihn ein.
- Elektroden kleben. Klebt die Elektroden auf die nackte Brust, so wie es auf dem Gerät oder den Elektroden angezeigt wird. Sind mehrere Helfende da, drückt eine Person weiter, während die andere die Elektroden klebt.
- Sprachanweisungen befolgen. Das Gerät führt durch jeden Schritt. Die Leitlinien sagen: Befolgt die Sprach- oder Bildanweisungen des AED.
- Analyse abwarten. Stellt sicher, dass niemand die Person berührt, während der AED den Herzrhythmus analysiert.
- Schock auslösen, wenn empfohlen. Vergewissert euch, dass niemand die Person berührt, und drückt den Schockknopf, wenn das Gerät dazu auffordert. Setzt die Wiederbelebung sofort danach mit 30 Kompressionen fort.
- Kein Schock empfohlen? Dann setzt ihr die Wiederbelebung sofort mit 30 Kompressionen fort.
Die Leitlinien beschreiben, dass es normalerweise etwa zwei Minuten dauert, bis der AED zur nächsten Rhythmusanalyse auffordert. Bis der Rettungsdienst übernimmt, macht ihr weiter.
Wenn kein AED da ist
Ist kein AED verfügbar oder wird er gerade gebracht, macht ihr mit der Wiederbelebung weiter. Verzögert die Defibrillation aber nicht, sobald das Gerät einsatzbereit ist. Der Standort eines AED soll laut Leitlinien eindeutig beschildert sein. In Betrieben lohnt es sich deshalb, den Standort allen Beschäftigten bekannt zu machen.
Warum üben, wenn das Gerät „selbst spricht“?
Die Ansagen des Geräts nehmen die Unsicherheit beim Gerät. Bei der Herzdruckmassage müsst ihr aber selbst sicher sein. Im Kurs übt ihr Druckpunkt, Tiefe und Rhythmus. Wer das einmal gemacht hat, greift im Ernstfall schneller ein. Für Betriebe mit eigenem AED bieten wir eine eigene AED-Einweisung an.
Häufige Fragen
Kann ich mit einem AED etwas falsch machen?
Der AED analysiert den Herzrhythmus selbst und löst nur bei entsprechender Empfehlung einen Schock aus. Ihr folgt den Sprach- oder Bildanweisungen des Geräts.
Wohin kommen die Elektroden?
Auf die nackte Brust, so wie es auf dem AED oder den Elektroden abgebildet ist. Die Leitlinien verweisen auf diese Darstellung.
Muss ich weiterdrücken, während der AED die Elektroden bekommt?
Wenn mehr als eine Person anwesend ist, ja: Die Herzdruckmassage wird fortgesetzt, während eine zweite Person die Elektroden aufklebt.
Wann höre ich auf?
Ihr macht weiter, bis der Rettungsdienst übernimmt. Folgt dabei den Anweisungen des Geräts und der Leitstelle.
Offizielle Quellen: Deutscher Rat für Wiederbelebung (GRC), Reanimation 2021 – Leitlinien kompakt (deutsche Kurzfassung der ERC-Leitlinien 2021, überarbeitete Version 2022), Basismaßnahmen der Wiederbelebung Erwachsener und AED · Leitlinienübersicht: GRC und ERC (Leitlinien 2025, nicht abgeglichen). Stand: September 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung; verbindlich ist die jeweils geltende Vorschrift. Im Zweifel fragt euren Unfallversicherungsträger.

