Bei einem Kreislaufstillstand zählt jede Minute. Der AED ist dafür gebaut, von Laien bedient zu werden: Er analysiert den Herzrhythmus selbst und schlägt nur dann einen Schock vor, wenn er sinnvoll ist. Trotzdem hilft es, den Ablauf vorher einmal durchgegangen zu sein. Die folgenden Schritte richten sich nach den Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC), die der Deutsche Rat für Wiederbelebung (GRC) in der deutschen Kurzfassung „Reanimation 2021 – Leitlinien kompakt“ veröffentlicht hat.

Hinweis zum Stand: Der ERC hat 2025 aktualisierte Leitlinien veröffentlicht. Die Angaben hier stammen aus der Kurzfassung 2021 und wurden nicht mit der Fassung 2025 abgeglichen. In unseren Kursen üben wir nach dem jeweils aktuellen Stand.

Kurz gefasst

  • Erkennen: keine Reaktion und keine normale Atmung, dann Notruf 112 und sofort mit Herzdruckmassage beginnen
  • Drücken: Mitte der Brust, mindestens 5 cm, aber nicht mehr als 6 cm tief, 100 bis 120 pro Minute
  • AED: holen lassen, sobald verfügbar einschalten und den Sprachanweisungen folgen
  • Elektroden: auf die nackte Brust kleben, wie es auf dem AED oder den Elektroden abgebildet ist
  • Schock: niemand berührt die Person; danach sofort weiter mit 30 Kompressionen

Was passiert vor dem AED?

Ein AED ersetzt nicht die Herzdruckmassage, er ergänzt sie. Die Kette beginnt immer gleich:

So drückt ihr richtig

Kniet euch neben die Person. Legt den Ballen einer Hand auf die Mitte der Brust, also auf die untere Hälfte des Brustbeins, und die andere Hand darauf. Haltet die Arme gerade und bringt die Schultern senkrecht über den Brustkorb. Die Leitlinien nennen als Werte:

Wer geübt ist und beatmen kann, wechselt zwischen 30 Kompressionen und 2 Atemspenden. Wer nicht trainiert oder nicht in der Lage ist zu beatmen, führt die Thoraxkompressionen kontinuierlich durch.

Der AED im Einsatz: die Schritte

Die Leitlinien beschreiben, dass es normalerweise etwa zwei Minuten dauert, bis der AED zur nächsten Rhythmusanalyse auffordert. Bis der Rettungsdienst übernimmt, macht ihr weiter.

Wenn kein AED da ist

Ist kein AED verfügbar oder wird er gerade gebracht, macht ihr mit der Wiederbelebung weiter. Verzögert die Defibrillation aber nicht, sobald das Gerät einsatzbereit ist. Der Standort eines AED soll laut Leitlinien eindeutig beschildert sein. In Betrieben lohnt es sich deshalb, den Standort allen Beschäftigten bekannt zu machen.

Warum üben, wenn das Gerät „selbst spricht“?

Die Ansagen des Geräts nehmen die Unsicherheit beim Gerät. Bei der Herzdruckmassage müsst ihr aber selbst sicher sein. Im Kurs übt ihr Druckpunkt, Tiefe und Rhythmus. Wer das einmal gemacht hat, greift im Ernstfall schneller ein. Für Betriebe mit eigenem AED bieten wir eine eigene AED-Einweisung an.

Häufige Fragen

Kann ich mit einem AED etwas falsch machen?

Der AED analysiert den Herzrhythmus selbst und löst nur bei entsprechender Empfehlung einen Schock aus. Ihr folgt den Sprach- oder Bildanweisungen des Geräts.

Wohin kommen die Elektroden?

Auf die nackte Brust, so wie es auf dem AED oder den Elektroden abgebildet ist. Die Leitlinien verweisen auf diese Darstellung.

Muss ich weiterdrücken, während der AED die Elektroden bekommt?

Wenn mehr als eine Person anwesend ist, ja: Die Herzdruckmassage wird fortgesetzt, während eine zweite Person die Elektroden aufklebt.

Wann höre ich auf?

Ihr macht weiter, bis der Rettungsdienst übernimmt. Folgt dabei den Anweisungen des Geräts und der Leitstelle.

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Offizielle Quellen: Deutscher Rat für Wiederbelebung (GRC), Reanimation 2021 – Leitlinien kompakt (deutsche Kurzfassung der ERC-Leitlinien 2021, überarbeitete Version 2022), Basismaßnahmen der Wiederbelebung Erwachsener und AED · Leitlinienübersicht: GRC und ERC (Leitlinien 2025, nicht abgeglichen). Stand: September 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung; verbindlich ist die jeweils geltende Vorschrift. Im Zweifel fragt euren Unfallversicherungsträger.