Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) entsteht, wenn der Blutzucker zu stark abfällt – häufig bei Diabetes nach zu viel Insulin, zu wenig Essen oder Anstrengung. Sie kann schnell lebensbedrohlich werden. Ist die Person wach und schluckfähig, hilft rasch Zucker; ist sie bewusstlos, gilt: nichts einflößen, Notruf 112.

Kurz gefasst

  • Zeichen: Zittern, Schwitzen, Blässe, Heißhunger, Verwirrtheit
  • Wach & schluckfähig: schnell Zucker (Traubenzucker, Saft)
  • Bewusstlos: nichts einflößen, stabile Seitenlage, Notruf 112
  • Im Zweifel Zucker geben – bei Überzuckerung schadet er kaum
  • Aggression/Verwirrtheit kann Zeichen der Unterzuckerung sein

Woran man eine Unterzuckerung erkennt

Typisch ist ein plötzlicher Beginn mit Zittern, Schweißausbruch, Blässe, Heißhunger, Herzrasen, Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit. Manche Betroffene wirken aggressiv, wesensverändert oder wie betrunken – das wird leicht falsch gedeutet. Unbehandelt drohen Krampfanfall und Bewusstlosigkeit.

Person ist wach: Zucker geben

Ist die Person ansprechbar und kann sicher schlucken, gibt man schnell wirkenden Zucker: Traubenzucker, Fruchtsaft oder zuckerhaltige (nicht Light-)Limonade. Die Besserung setzt meist in wenigen Minuten ein. Danach eine länger sättigende Kohlenhydratquelle anbieten und beobachten.

Im Zweifel: lieber Zucker

Kann man Unter- und Überzuckerung nicht unterscheiden, gibt man bei wacher Person im Zweifel Zucker. Bei einer Unterzuckerung rettet das Leben; bei einer Überzuckerung richtet die kleine Menge kaum Schaden an. Diese Regel gilt aber nur, solange die Person sicher schlucken kann.

Bewusstlosigkeit ist ein Notfall

Ist die Person bewusstlos oder nicht mehr schluckfähig, darf man ihr nichts einflößen (Erstickungsgefahr). Stattdessen: Atmung prüfen, bei normaler Atmung stabile Seitenlage, Notruf 112, Zustand überwachen; bei fehlender Atmung sofort mit der Wiederbelebung beginnen.

Gut zu wissen: Viele Menschen mit Diabetes tragen Traubenzucker oder einen Notfallausweis bei sich. Ein Blick in Tasche oder Portemonnaie kann im Notfall schnell Klarheit bringen.

Häufige Fragen

Was gibt man bei einer Unterzuckerung?

Wenn die Person wach und schluckfähig ist: schnell wirkenden Zucker wie Traubenzucker, Fruchtsaft oder zuckerhaltige Limonade. Danach eine länger sättigende Kohlenhydratquelle.

Was tun, wenn ein Diabetiker bewusstlos ist?

Nichts einflößen, Atmung prüfen, bei normaler Atmung stabile Seitenlage und Notruf 112. Bei fehlender Atmung sofort mit der Wiederbelebung beginnen.

Kann man Über- und Unterzuckerung verwechseln?

Die Zeichen ähneln sich. Ist die Person wach und schluckfähig, gibt man im Zweifel Zucker: Bei Unterzuckerung rettet das Leben, bei Überzuckerung schadet die kleine Menge kaum.

Warum wirkt eine Unterzuckerung manchmal wie Betrunkenheit?

Weil der Zuckermangel im Gehirn zu Verwirrtheit, Wesensänderung oder Aggression führen kann. Diese Zeichen werden oft falsch gedeutet – deshalb an eine Unterzuckerung denken.

KrampfanfallStabile SeitenlageHerzinfarkt & SchlaganfallNotruf 112

Offizielle Quellen: Leitlinien zur Ersten Hilfe des European Resuscitation Council (ERC) und des Deutschen Rats für Wiederbelebung (GRC) · AWMF-Leitlinien zu Diabetes mellitus (Deutsche Diabetes Gesellschaft). Stand: 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung; verbindlich sind die jeweils geltenden Vorschriften und Leitlinien.